Gewinnchancen: Poker Odds berechnen

Das Pokerspiel erlebte in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Ausgelöst von Pokerschulen, die den Spielern das korrekte Pokerspielen beibringen, wurde der Einstieg in das Onlinespiel leicht gemacht. Für Außenstehende ist Poker hingegen als reines Glücksspiel verschrien, dass nur in zwielichtigen Hinterzimmern gezockt wird. Mit diesem Klischee hat das eigentliche Spiel aber nicht viel gemein, denn Kenner wissen, dass Poker ein Strategiespiel mit Glücksanteil ist. Dies ist dadurch bedingt, dass ein Spiel mit unvollständigen Informationen vorliegt und in jeder neuen Runde Karten ausgeteilt werden, die einer gewissen Wahrscheinlichkeit unterliegen. Als Gegensatz dazu kann Schach gezählt werden, da dieses Spiel keinerlei Glückskomponente unterliegt und alle Informationen beiden Spielern zur Verfügung stehen.

Grundregeln

Um Poker als Strategiespiel zu definieren, müssen zunächst die Grundlagen der Wahrscheinlichkeit erläutert werden. Poker wird mit einem Kartendeck, bestehend aus 52 Karten, gespielt. Bei der beliebtesten Variante Texas Hold’em werden jedem Spieler zwei Karten ausgeteilt. Die Anzahl der Spieler liegt in der Regel zwischen zwei und zehn Mitspielern. Nach der ersten Setzrunde, bei der jeder Spieler seine beiden Karten erhält, folgt der Flop mit drei neuen Karten. Gefolgt vom Turn mit einer Karte und dem River, wiederum mit einer neuen Karte. Dies bedeutet, dass zunächst bei der ersten Setzrunde keine vollständigen Informationen vorliegen, da jeder Spieler nur seine eigenen Karten kennt. Dies ändert sich mit den folgenden Setzrunden und das Berechnen der Wahrscheinlichkeiten guter Hände wird wichtiger, um zu gewinnen.

Wahrscheinlichkeiten

In der Regel muss die Starthand verbessert werden, um die Runde zu gewinnen. Eine „High Card“ ist nur selten bei mehreren Gegenspielern einen großen Einsatz wert. Vielmehr wird auf einen hoffnungsvollen Draw gesetzt. Das bedeutet, dass die gegenwärtige Hand zwar möglicherweise schlechter ist als die der Gegenspieler, aber durch günstige Karten am Turn und River das stärkste Blatt wird. Häufig sind dies Draws, mit denen man auf eine Straße oder einen Flush hofft. Für beide Varianten müssen fünf Karten einer bestimmten Farbe, oder Reihenfolge vorliegen, aus den insgesamt sieben vorhandenen Karten. Je nach Flop und eigener Starthand können für den Turn und den River die Wahrscheinlichkeit und die Poker Odds berechnet werden. Im Folgenden wird dies an Hand konkreter Beispiele erläutert.

Odds

Pot Odds beschreiben die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Hand eintritt und das Verhältnis aus möglichem Gewinn und benötigtem Einsatz. Besitzt ein Spieler beispielsweise zwei Karten mit der Farbe Herz, und im Flop erscheinen zwei weitere Karten in der Farbe Herz, so liegt ein Flush Draw vor. Dies bedeutet, dass nur noch eine weitere Herzkarte benötigt wird. Bei insgesamt 52 Karten sind 5 schon bekannt. Daraus folgt für den Turn, dass 9 Karten günstig sind aus 47 möglichen Karten. Für den River analog 9 aus 46 Karten. Für den Turn ergibt dies eine Wahrscheinlichkeit von ca. 15% und am River etwa 20%. Zusammengefasst also für Turn und River 35%. Daraus ergeben sich Odds von 1:2. Das bedeutet, dass in einem von drei Fällen, der Flush erscheint und in zwei von drei Fällen nicht. Die Berechnung der Odds erfolgt analog für den Gutshot. Dort sind vier Karten günstig aus 47 bzw. 46. Daraus erfolgen Odds von 1:5,1 für den Turn und River.

Bildquelle: Africa Studio / fotolia.com

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